1968 veranschaulichten Kruger-Theimer, wie pharmakokinetische Modelle zur Entwicklung effizienter Dosierungsschemata eingesetzt werden können. Dieses Bolus-Eliminations-Transfer-Schema (BET-Schema) besteht aus:
eine Bolusdosis, die so berechnet wurde, dass sie das zentrale (Blut-)Kompartiment füllt,
eine Infusion mit konstanter Rate, die der Eliminationsrate entspricht,
eine Infusion, die den Transfer in die peripheren Gewebe kompensiert: [exponentiell abnehmende Rate]
Die traditionelle Praxis bestand darin, das Infusionsschema für Propofol nach der Roberts-Methode zu berechnen. Auf eine Initialdosis von 1,5 mg/kg folgte eine Infusion von 10 mg/kg/Stunde, die in Zehn-Minuten-Intervallen auf 8 und 6 mg/kg/Stunde reduziert wurde.
Zielgerichtete Wirkungssteuerung
Die wichtigsten Auswirkungen vonNarkoseIntravenös verabreichte Medikamente wirken sedierend und hypnotisch. Der Wirkort, der sogenannte Wirkort, ist das Gehirn. Leider ist es in der klinischen Praxis nicht möglich, die Konzentration im Gehirn (Wirkort) direkt zu messen. Selbst wenn dies gelänge, müssten die genauen regionalen Konzentrationen oder sogar die Rezeptorkonzentrationen bekannt sein, an denen das Medikament seine Wirkung entfaltet.
Erreichen einer konstanten Propofolkonzentration
Das untenstehende Diagramm veranschaulicht die nach einer Bolusgabe exponentiell abnehmende Infusionsrate, die erforderlich ist, um eine konstante Propofol-Blutkonzentration aufrechtzuerhalten. Es zeigt auch die zeitliche Verzögerung zwischen der Konzentration im Blut und am Wirkort.
Veröffentlichungsdatum: 05.11.2024
