Die ordnungsgemäße Wartung von Infusionspumpen ist entscheidend für die Patientensicherheit und die Langlebigkeit der Geräte. Hier finden Sie einen umfassenden Überblick, unterteilt in wichtige Bereiche.
Grundprinzip: Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers.
Die PumpeBenutzerhandbuch und Servicehandbuchsind die primäre Instanz. Halten Sie sich stets an die spezifischen Verfahren für Ihr Modell (z. B. Alaris, Baxter, Sigma, Fresenius).
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1. Regelmäßige und vorbeugende Wartung (planmäßig)
Dies ist eine proaktive Maßnahme zur Vermeidung von Fehlern.
• Tägliche/Vorab-Kontrollen (durch das medizinische Personal):
• Sichtprüfung: Achten Sie auf Risse, Lecks, beschädigte Knöpfe oder ein loses Netzkabel.
• Batterieprüfung: Prüfen Sie, ob die Batterie geladen ist und die Pumpe mit Batteriestrom funktioniert.
• Alarmtest: Prüfen Sie, ob alle akustischen und optischen Alarme funktionieren.
• Tür-/Verriegelungsmechanismus: Stellen Sie sicher, dass er ordnungsgemäß schließt, um ein ungehindertes Öffnen und Schließen zu verhindern.
• Bildschirm & Tasten: Reaktionsfähigkeit und Verständlichkeit prüfen.
• Kennzeichnung: Stellen Sie sicher, dassPumpehat eine gültige Prüfplakette und ist nicht zur Wartung überfällig.
• Geplante vorbeugende Wartung (PM) – durch die Abteilung für Biomedizintechnik:
• Häufigkeit: In der Regel alle 6-12 Monate, gemäß den Versicherungsbedingungen/Herstellervorgaben.
• Aufgaben:
• Vollständige Leistungsüberprüfung: Test mit einem kalibrierten Analysator:
• Genauigkeit der Durchflussrate: Bei mehreren Durchflussraten (z. B. 1 ml/h, 100 ml/h, 999 ml/h).
• Druckokklusionserkennung: Genauigkeit im unteren und oberen Grenzwertbereich.
• Genauigkeit des Bolusvolumens.
• Gründliche Reinigung und Desinfektion: Innen und außen, gemäß den Richtlinien zur Infektionskontrolle.
• Batterieleistungstest und -austausch: Wenn die Batterie die Ladung nicht über einen bestimmten Zeitraum halten kann.
• Software-Updates: Installation von vom Hersteller veröffentlichten Updates zur Behebung von Fehlern oder Sicherheitsproblemen.
• Mechanische Prüfung: Motoren, Zahnräder, Sensoren auf Verschleiß.
• Elektrische Sicherheitsprüfung: Überprüfung der Erdungsintegrität und der Ableitströme.
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2. Korrekturmaßnahmen(Fehlerbehebung & Reparaturen)
Behebung spezifischer Fehler.
• Häufige Probleme und erste Maßnahmen:
• „Okklusions“-Alarm: Überprüfen Sie den Patientenschlauch auf Knicke, Klemmstatus, Durchgängigkeit der Infusionsstelle und Filterverstopfung.
• Alarm „Tür offen“ oder „Nicht verriegelt“: Prüfen Sie, ob sich Fremdkörper im Türmechanismus befinden, ob die Riegel abgenutzt sind oder ob die Führungsschiene beschädigt ist.
• Alarm „Batterie“ oder „Niedriger Batteriestand“: Schließen Sie die Pumpe an, testen Sie die Batterielaufzeit und tauschen Sie die Batterie gegebenenfalls aus.
• Ungenauigkeiten bei der Durchflussrate: Prüfen Sie, ob es sich um eine ungeeignete Spritze/ein ungeeignetes Infusionsset handelt, ob sich Luft in der Leitung befindet oder ob der Pumpmechanismus mechanisch verschlissen ist (BMET erforderlich).
• Pumpe lässt sich nicht einschalten: Steckdose, Netzkabel, interne Sicherung oder Netzteil prüfen.
• Reparaturprozess (durch geschulte Techniker):
1. Diagnose: Verwenden Sie Fehlerprotokolle und Diagnosefunktionen (oft in einem versteckten Servicemenü).
2. Teileaustausch: Ersetzen Sie defekte Komponenten wie zum Beispiel:
• Spritzenkolbenantriebe oder Peristaltikfinger
• Tür-/Verschlussbaugruppen
• Steuerplatinen (CPU)
• Tastaturen
• Lautsprecher/Summer für Alarme
3. Überprüfung nach der Reparatur: Obligatorisch. Vor der Wiederinbetriebnahme der Pumpe müssen alle Leistungs- und Sicherheitsprüfungen abgeschlossen sein.
4. Dokumentation: Protokollieren Sie den Fehler, die Reparaturmaßnahmen, die verwendeten Teile und die Testergebnisse im computergestützten Instandhaltungsmanagementsystem (CMMS).
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3. Reinigung und Desinfektion (entscheidend für die Infektionskontrolle)
• Zwischen den Patienten/Nach der Anwendung:
• Strom ausschalten und vom Netz trennen.
• Abwischen: Verwenden Sie ein Desinfektionsmittel in Krankenhausqualität (z. B. verdünnte Bleiche, Alkohol, quaternäre Ammoniumverbindungen) auf einem weichen Tuch. Vermeiden Sie direktes Besprühen, um das Eindringen von Flüssigkeiten zu verhindern.
• Fokusbereiche: Griff, Bedienfeld, Stangenklemme und alle freiliegenden Oberflächen.
• Kanal-/Spritzenbereich: Entfernen Sie sichtbare Flüssigkeiten oder Ablagerungen gemäß den Anweisungen.
• Bei Verschmutzungen oder Kontaminationen: Befolgen Sie die institutionellen Protokolle zur Terminalreinigung. Gegebenenfalls muss die Kanaltür von geschultem Personal demontiert werden.
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4. Wichtige Sicherheits- und Best-Practice-Beispiele
• Schulung: Nur geschultes Personal sollte die Bedienung und Wartung durch den Benutzer durchführen.
• Keine Überbrückungen: Verwenden Sie niemals Klebeband oder gewaltsame Schließmechanismen, um einen Türriegel zu reparieren.
• Verwenden Sie ausschließlich zugelassenes Zubehör: Verwenden Sie nur vom Hersteller empfohlene Infusionssets/Spritzen. Sets von Drittanbietern können zu Ungenauigkeiten führen.
• Vor Gebrauch prüfen: Überprüfen Sie stets das Infusionsset auf Unversehrtheit und die Pumpe auf einen gültigen PM-Aufkleber.
• Störungen unverzüglich melden: Dokumentieren und melden Sie jegliche Fehlfunktionen der Pumpe, insbesondere solche, die zu einer Unter- oder Überinfusion führen könnten, über ein Störungsmeldesystem (wie z. B. FDA MedWatch in den USA).
• Rückruf- und Sicherheitsmitteilungsmanagement: Die biomedizinische/klinische Technik muss alle Feldmaßnahmen des Herstellers verfolgen und umsetzen.
Instandhaltungsverantwortungsmatrix
Aufgabenhäufigkeit, die typischerweise von
Visuelle Vorprüfung vor jeder Anwendung durch Pflegekraft/Kliniker
Oberflächenreinigung nach jedem Patientenkontakt durch Pflegekraft/Kliniker
Tägliche/wöchentliche Überprüfung der Batterieleistung durch Pflegekraft oder BMET
Leistungsüberprüfung (PM) alle 6-12 Monate Biomedizintechniker
Elektrische Sicherheitsprüfung während der vorbeugenden Wartung oder nach Reparaturen durch einen Biomedizintechniker
Diagnostik & Reparatur nach Bedarf (korrektiv) Biomedizintechniker
Software-Updates gemäß Veröffentlichung des Herstellers. Biomedizinische/IT-Abteilung
Hinweis: Dies ist eine allgemeine Anleitung. Beachten Sie stets die spezifischen Richtlinien Ihrer Einrichtung und die dokumentierten Verfahren des Herstellers für das jeweilige Pumpenmodell. Die Patientensicherheit hängt von einer korrekten und dokumentierten Wartung ab.
Veröffentlichungsdatum: 16. Dezember 2025
