GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DER INTRAVENÖSEN ANÄSTHESIE
Die intravenöse Verabreichung von Medikamenten lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen, als Christopher Wren einem Hund mit einer Gänsefeder und einer Schweinsblase Opium injizierte, woraufhin der Hund benommen wurde. In den 1930er Jahren wurden Hexobarbital und Pentothal in die klinische Praxis eingeführt.
In den 1960er Jahren wurden in der Pharmakokinetik Modelle und Gleichungen für intravenöse Infusionen entwickelt, und in den 1980er Jahren wurden computergesteuerte intravenöse Infusionssysteme eingeführt. 1996 wurde das erste zielgesteuerte Infusionssystem („Diprufusor“) vorgestellt.
DEFINITION
A Zielgesteuerte InfusionEs handelt sich um eine Infusion, die so gesteuert wird, dass eine vom Anwender definierte Wirkstoffkonzentration in einem bestimmten Körperkompartiment oder Gewebe erreicht wird. Dieses Konzept wurde erstmals 1968 von Kruger Thiemer vorgeschlagen.
PHARMAKOKINETIK
Vertriebsvolumen.
Dies ist das scheinbare Verteilungsvolumen des Medikaments. Es wird nach der Formel Vd = Dosis/Konzentration des Medikaments berechnet. Sein Wert hängt davon ab, ob er zum Zeitpunkt null – nach einem Bolus (Vc) – oder im Steady State nach einer Infusion (Vss) berechnet wird.
Freigabe.
Die Clearance beschreibt das Plasmavolumen (Vp), aus dem der Wirkstoff pro Zeiteinheit eliminiert wird und somit seine Ausscheidung aus dem Körper erklärt. Clearance = Elimination × Vp.
Mit zunehmender Clearance verkürzt sich die Halbwertszeit, und mit zunehmendem Verteilungsvolumen steigt auch die Halbwertszeit. Die Clearance beschreibt zudem, wie schnell sich ein Wirkstoff zwischen den Kompartimenten bewegt. Zunächst verteilt sich der Wirkstoff im zentralen Kompartiment, bevor er in die peripheren Kompartimente gelangt. Sind das initiale Verteilungsvolumen (Vc) und die für den therapeutischen Effekt gewünschte Konzentration (Cp) bekannt, lässt sich die Initialdosis zur Erreichung dieser Konzentration berechnen.
Ladedosis = Cp x Vc
Es kann auch zur Berechnung der Bolusdosis verwendet werden, die erforderlich ist, um die Konzentration während einer kontinuierlichen Infusion rasch zu erhöhen: Bolusdosis = (Cneu – Caktuell) × Vc. Die Infusionsrate zur Aufrechterhaltung des Steady State = Cp × Clearance.
Einfache Infusionsschemata erreichen erst nach mindestens dem Fünffachen der Eliminationshalbwertszeit eine stabile Plasmakonzentration. Die gewünschte Konzentration lässt sich schneller erreichen, wenn auf eine Bolusgabe eine kontinuierliche Infusion folgt.
Veröffentlichungsdatum: 04.11.2023
