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Flüssigkeitswärmer

Intravenöse Therapie, Flüssigkeitsverabreichungssysteme für die Reanimation und Zellrettungsgeräte

 

Vanessa G. Henke, Warren S. Sandberg, in: The MGH Textbook of Anesthetic Equipment, 2011

 

Übersicht über Flüssigkeitserwärmungssysteme

 

Der Hauptzweck von Infusionswärmern besteht darin, die Infusionslösung auf Körpertemperatur oder leicht darüber zu erwärmen, um eine Hypothermie durch die Zufuhr kalter Flüssigkeiten zu verhindern. Zu den Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Infusionswärmern gehören Luftembolie, hitzebedingte Hämolyse und Gefäßverletzungen, Stromverluste in den Infusionsweg, Infektionen und Druckinfiltration.42

 

Ein Flüssigkeitswärmer ist auch für die schnelle Infusion kalter Blutprodukte unbedingt erforderlich, da die Gefahr eines Herzstillstands und von Herzrhythmusstörungen besteht (insbesondere wenn der Sinusknoten auf unter 30 °C abgekühlt wird). Herzstillstand wurde nachgewiesen, wenn Erwachsene über 30 Minuten Blut oder Plasma mit einer Infusionsrate von mehr als 100 ml/min erhalten.40 Die Schwelle für einen Herzstillstand ist deutlich niedriger, wenn die Transfusion zentral verabreicht wird und bei Kindern.

 

Flüssigkeitswärmer lassen sich grob in Geräte für Routineeinsätze und komplexere Geräte für die Reanimation großer Flüssigkeitsmengen unterteilen. Alle Flüssigkeitswärmer verfügen über ein Heizelement, einen Thermostat und in den meisten Fällen über eine Temperaturanzeige. Reanimationsflüssigkeitswärmer sind jedoch für höhere Durchflussraten optimiert und stoppen die Zufuhr zum Patienten, sobald sich signifikante Luftmengen im Schlauchsystem befinden. Einfache Flüssigkeitswärmer fördern erwärmte Flüssigkeiten mit einer Durchflussrate von bis zu 150 ml/min (und mit speziellen Einwegsets und Druckinfusionen auch mit höheren Raten). Im Gegensatz dazu erwärmen Reanimationsflüssigkeitswärmer Flüssigkeiten effektiv mit Durchflussraten von bis zu 750 bis 1000 ml/min (ein Reanimationsflüssigkeitswärmer kommt sogar ohne Druckbeaufschlagung aus).

 

Die Erwärmung von Infusionslösungen kann durch Trockenwärmetauscher, Gegenstromwärmetauscher, Flüssigkeitsimmersion oder (weniger effektiv) durch Platzierung eines Teils des Flüssigkeitskreislaufs in der Nähe eines separaten Heizgeräts (wie z. B. eines Warmluftgeräts oder einer beheizten Wassermatratze) erfolgen.


Veröffentlichungsdatum: 17. Januar 2025